Sinnbild für Ransomware

5 Tipps gegen Ransomware-Angriffe

Wie Sie Ihr Unternehmen vor den Angriffen schützen können

Von Daniel Straßberger, Informationssicherheitsbeauftragter bei der SAVISCON GmbH

Die Nachrichten in den Medien über Ransomware-Angriffe auf Unternehmen und auch Einrichtungen im Gesundheitswesen häufen sich. Gerade während der Corona-Pandemie haben diese Angriffe zugenommen. Vielleicht auch begünstigt durch die vielen Mitarbeiter im Homeoffice. Doch was ist Ransomware eigentlich und wie kann man sich dagegen schützen? Wir haben Ihnen 5 Tipps gegen Ransomware-Angriffe zusammengestellt.

Was ist Ransomware?

Sinnbild für Ransomware

Der Begriff Ransomware setzt sich aus dem englischen Wort ransom (Lösegeld) und Software zusammen. Dabei handelt es sich um eine Schadsoftware, die dem Eindringling erlaubt Daten zu verschlüsseln, sodass der Inhaber nicht mehr darauf zugreifen kann. Die Daten werden sozusagen entführt und für die Entschlüsselung wird dann Lösegeld gefordert.

Wie infiziert man sich mit Ransomware?

Häufig wird Ransomware durch gefälschte Webseiten oder Links bzw. Anhänge in E-Mails verbreitet. Dabei nutzen die Angreifer häufig bekannte Absender mit einem großen Kundenstamm, das könnten beispielsweise ein Hostinganbieter oder eine Bank sein. Sobald der Link oder der Anhang geöffnet werden, sind die Computer infiziert und häufig bemerkt der Betroffene die Schadsoftware gar nicht.

Welche Varianten von Ransomware gibt es?

  1. Filecoder: verschlüsselt die Dateien auf dem Computer
  2. Lockscreen: sperrt den Computer und verhindert die Nutzung

In beiden Fällen werden auch psychologische Tricks eingesetzt, beispielsweise wird die Kamera aktiviert, um das Gefühl der Überwachung zu vermitteln. Ein anderer Trick ist der Lockscreen im Design einer offiziellen Behörde. Beispielsweise wird dann im Namen der Bundespolizei behauptet, dass sich illegal heruntergeladene Musik, Filme oder sogar pornografische Inhalte auf dem Computer befinden. Die Daten werden, sowohl beim Filecoder als auch beim Lockscreen, erst wieder freigegeben, sobald das Lösegeld gezahlt wurde.

Aktueller Fall: Stadtwerke Wismar

Anfang Oktober 2021 ging der Fall der Stadtwerke Wismar durch die Medien. Laut eigenen Angaben wurde die Stadtwerke Opfer eines Hacker-Angriffs. Nach Bekanntwerden des Angriffs haben die Stadtwerke die Netzverbindungen nach Außen und zu den technischen Anlagen getrennt. Die betroffenen Systeme wurden abgeschaltet und isoliert. Der Service der Stadtwerke war daher nur im Notbetrieb arbeitsfähig. Der Ransomware-Angriff sei dann der Polizei sowie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet worden. Außerdem zog die Stadtwerke einen externen Cybersicherheitsexperten zur Aufklärung und Unterstützung hinzu.

Wie verhalte ich mich beim Ransomware-Angriff?

Wenn es passiert ist: Soll ich zahlen? Nein, denn niemand weiß, ob die Erpresser nach der ersten Zahlung nicht noch mehr Geld verlangen. Am besten ist die richtige Vorsorge. Deshalb haben wir Ihnen 5 Tipps gegen Ransomware-Angriffe zusammengestellt:

1. Tipp: Halten Sie Ihre Geräte aktuell

Windows-Updates kommen während der Arbeitszeit meist ungelegen, dennoch sollten Sie diese regelmäßig und zeitnah nach dem Release durchführen. So verhindern Sie, dass Sicherheitslücken entstehen. Oder sie regeln die Updates der einzelnen Mitarbeiter-Computer gebündelt über die IT-Abteilung.

2. Tipp: Schulen, schulen, schulen!

Ja, in der Theorie wissen die meisten Mitarbeiter, dass sie auf keine E-Mail-Links und Anhänge von fremden Absendern klicken sollen. Aber was, denn die Ransomware oberflächlich gut getarnt als Absender mit der Rechnung des Kooperationspartners im Posteingang eintrudelt? Dann muss man schon zweimal hingucken, um eventuell die fragwürdige Absendemailadresse zu identifizieren. Also: Schulen und sensibilisieren Sie ihre Mitarbeiter regelmäßig.

3. Tipp: Regelmäßige Back-Ups

Wenn Sie regelmäßige Back-Ups der internen Server bzw. von wichtigen Mitarbeiter-Computern durchführen, dann klingt auch eine Drohung von Ransomware-Angreifern nicht mehr so einschüchternd. Dennoch: Bitte beachten Sie, dass sie regelmäßig überprüfen sollten, ob Sie die durchgeführten Back-Ups auch problemlos wiederherstellen können.

4. Tipp: Redundante IT-Systeme

Bauen Sie Ihre IT-Systeme so auf, dass geschäftskritische Prozesse auch weiterlaufen können, wenn eines Ihrer Systeme mit einer Ransomware infiziert ist.

5. Tipp: Zugriffsrechte kritisch prüfen

Eine technische und organisatorische Maßnahme (TOM) kann sein, die Zugriffsrechte auf geschäftskritische Anwendungen, Daten und Services stark zu reglementieren. Je weniger Personen Zugriff auf diese wichtigen Unternehmens-Assets haben, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie infiziert werden.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit den 5 Tipps ein paar Anregungen geben konnten und Sie so vor solchen Attacken verschont bleiben. Wenn Sie Ihr Informationssicherheits-Management (ISM) samt IT-Sicherheits-Management und Asset-Management digitalisieren wollen, dann unterstützen wir Sie gerne dabei. Beispielsweise mit unserem browserbasierten GRC-COCKPIT. Mit dieser Software können Sie Ihr ISM nach BSI IT-Grundschutz digital aufbauen.

Über den Autor

Porträt Daniel Straßberger

Daniel Straßberger, Informationssicherheitsbeauftragter (ISB) der SAVISCON GmbH

Als zertifizierter ISMS-Manager und IT-Grundschutz-Praktiker ist Daniel Straßberger bei der SAVISCON GmbH als Informationssicherheitsbeauftragter tätig. Seit April 2021 kümmert er sich um den internen Aufbau des Informationssicherheitsmanagementsystems der SAVISCON GmbH und die Umsetzung aller relevanten Richtlinien und Themen im Bereich Informationssicherheit. Schreiben Sie Daniel Straßberger bei Fragen oder Anregungen zum Thema Informationssicherheit:  daniel.strassberger@saviscon.de

 

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